„Im Raum der Tiefe möchte niemand auf Dauer verharren jeder möchte sicher heraus kommen hin zum Licht und zur Freiheit. Das gelingt meistens nach dem Aufwachen, entstiegen den unergründlich vielfältigen und wurzelreichen Traumzuständen, die uns des Nachts heimsuchen oder einen Ausgleich schaffen. Ist es doch das Firmament, das uns anzieht und unsere Aufmerksamkeit erweckt, als läge dort unsere eigentliche Heimat.

Angewurzelt jedoch an irdische Gepflogenheiten ergründen wir vielfältige Möglichkeiten im Umgang mit dem Dasein.

Wenn wir Glück haben, dann bleiben uns die dunklen Seiten des Lebens erspart und doch zieht uns gleichermaßen das im Dunklen Verborgene an.

Das Bilderensemble von Martin Conrad im Gewölbekeller unter dem Schloss Clemenswerth hat im Sommer 2016 viele Besucher gesehen.

Der Titel “Bäume der Tiefe” hat verwundert. Meistens jene, welche die Realität eins zu eins dargestellt gewohnt sind oder sehen wollen. Aber was ist schon Realität, mit Wahrheit hat diese darüber hinaus nichts zu tun.

Wer der eigenen Wahrheit verpflichtet ist und offen für andere Wahrheiten sein kann, erweitert seinen Horizont. Dort können einem real gewordene Träume begegnen – in Form von Farben und Poesie.

Da kann der Bär durch sein eigenes inneres Selbst gehen und frei sein egal wo er ist. Die Bilder von Martin Conrad  können für den Betrachter ein Eingang sein – ein Tor.

Die Ebenen zwischen gezeichneten historischen Fragmenten der Weltgeschichte, phantastischen Skizzen aus dem umfangreichen Zeichnungsarchiv und die Farbe als vorsprachliche Empfindung erlauben dem Betrachter den Einstieg in eigene Erinnerungen und Assoziationen.

Anzuraten ist ein stilles Innehalten und Schauen, dann öffnet sich das Tor. Vielleicht findet man sich dann auf einer Insel wieder.“

 

 

 

© CARMEN OBERST, 2016, „BÄRENINSELTOR“ aus der Werkgruppe „Echo der Fragen“.

Anlässlich der Installation Martin Conrad „Bäume der Tiefe“, Emslandmuseum Schloss Clemenswerth.

 

 

 

 

 

 

MARTIN CONRAD "Bäume der Tiefe", Emslandmuseum Schloss Clemenswerth

Fotografie: Manfred Bergmann, 2016