PHOTO.KUNST.RAUM. HAMBURG

 

 

Martin Conrad - Carmen Oberst

 

 

Spielplatz der Füchse 

 

Aquarelle, Bilder, Buchobjekte, Photo-CutOut-Collagen, Zeichnungen

 

 

 

Eröffnung: Samstag 05. Dezember 2020, 18.00 - 21.00 Uhr

 

Gespräch: Sonntag 03. Januar 2020, 16.00 - 18.00 Uhr

 

 

 

Dauer der Ausstellung 06. Dezember - 03. Januar 2021

 

 

 

 

Öffnungzeiten: Do, Fr 16.00 - 18.00 Uhr, Sa 14.00 - 18.00 Uhr

 

 

 

 

 

 

Martin Conrad - Malerei - Zeichnung

 

 

 

Martin Conrad, Aus der Mitte, 2018-19, Acryl, Chinapapier,

Tusche auf Leinwand, 77 x 117 cm (2-teilig)

 

 

 

 

Carmen Oberst - Photo-Cutout-Collagen

 

 

 

Carmen Oberst, Photo-Cutout-Collage 45 HLULPKRTWCO, 2020,
Inkjet-Druck, 60 x 80 cm
 
 
 

PHOTO-CUTOUT-COLLAGEN, 2018 - bis heute

 

Seit 1980 fotografiert Carmen Oberst teilnehmende Künstler und Besucher in von ihr kuratierten Ausstellungsräumen und Projekten.

Diese Foto-Dokumentationen in Form von Digitalausdrucken sind das Ausgangsmaterial für die neue Werkgruppe der Photo-Cutout-Collagen, in denen die abgebildeten Figuren ausgeschnitten sind. Es bleibt die Situation, der Raum, die Bilder und gleichzeitig eröffnet sich eine neue künstlerische Gestaltungsdramaturgie.

Die von der reinen Dokumentation befreiten Ausdrucke werden Fiktion durch das Hinterlegen von Originalen vorhergehender Werkgruppen. In den Leerstellen der Silhouetten tauchen Fragmente aus der Photochemischen Malerei, den Zeichnungen, den Fotogrammen und den Selbstbildnissen auf. Sie abstrahieren mit den spezifischen Strukturen als Bild im Bild die vertrauten Raumproportionen und schaffen eine neue Wirklichkeit.

 

Ausschnittbestimmung ist ein Grundthema der photokünstlerischen Arbeitsweise von Carmen Oberst. In früheren Arbeiten zu Zeiten der analogen Photographie werden im eigenen Fotolabor aus den Schwarz-weiß-Negativen Ausschnitte gewählt. Abweichungen von den Regeln des vermeintlichen Goldenen Schnittes durch Verschiebung der Bildachsen führen zu Veränderungen des mimischen Ausdruckes. Die Künstlerin durchbricht dadurch die Funktion der Photographie als protokollarisches Medium. Sie gewinnt innere Bilder, die dem Ansinnen nach Poesie Ausdruck verleihen.

 

In der aktuellen Werkgruppe werden manuell die abgebildeten Figuren, die als Menschen in der Erinnerung mitwirken, aber bereits das Verloren-Sein beinhalten, aus dem Papier geschnitten. Die so gefundenen Formen der Ausschnitte dienen als Loslösung von Personifizierungen und als Schablonen für weitere Schritte.

Angeregt von dem empathischen Interesse am Mensch-Sein als solches eröffnen sich in manchmal sonderbaren Körperhaltungen der ausgesparten Silhouetten Freiräume für die absichtslose Gestaltung. Durch das Zusammenspiel beider Bildebenen entstehen Korrespondenzen und Dialoggespräche, die unabhängig vom ursprünglichen Inhalt eine neue Autonomie des Bildes herstellen. Die Bilder werden Vorhut des Vergessens und gleichzeitig offenes Terrain für den Betrachter.

 

Martin Conrad, Carmen Oberst, Hamburg August 2020